> Zurück

EYOF Skopje: Gold für Mina Hirsbrunner über 400m Hürden sowie zusammen mit Jelena Schranz Silber in der Staffel

Schwarz Gabi 29.07.2025

EYOFMina Hirsbrunner und Jelena Schranz mit ihren EYOF-Medaillen

EYOF-Gold für Mina Hirsbrunner über 400 Meter Hürden

Was für ein Erfolg: Die 16-jährige Mina Hirsbrunner vom Sportklub Langnau holt am European Youth Olympic Festival (EYOF) in Skopje (Nordmazedonien) sensationell die Goldmedaille über 400 Meter Hürden. Zudem darf sie sich zusammen mit ihrer Klubkollegin Jelena Schranz über Staffel-Silber freuen.

Fotos 21. Juli   /   Fotos 22. Juli  / Fotos 25.-27. Juli

Vergangene Woche (21.-26. Juli 2025) nahm das Swiss Olympic Youth Team mit 90 Sportlerinnen und Sportler in 12 verschiedenen Sportarten am European Youth Olympic Festival (EYOF) im nordmazedonischen Skopje teil. Mit Mina Hirsbrunner und Jelena Schranz vertraten gleich zwei Athletinnen vom Sportklub Langnau die Schweiz an diesem Grossanlass. Bereits die Qualifikation darf für die beiden Langnauerinnen als grosser Erfolg gewertet werden, denn pro Disziplin ist pro Land nur ein/e Athlet/in startberechtigt. Für Swiss Olympic sind die EYOF (alle 2 Jahre) und die Youth Olympic Games (alle 4 Jahre) wichtige Etappen in der Nachwuchsförderung. Ziel ist es dabei, jungen Talenten optimale Bedingungen für sportliche Höchstleistungen zu bieten und ihnen olympische Werte und Erfahrungen für ihre weitere Karriere mitzugeben. Viele erfolgreiche Schweizer Sportlerinnen und Sportler haben ihre Laufbahn am EYOF oder an der YOG begonnen. So auch Noemi Zbären (Langnauer Klubkollegin von Mina und Jelena), welche ihre Karriere 2010 an der Jugendolympiade (YOG) in Singapore lanciert hatte, als sie Dritte über 100m Hürden wurde.

Bereits am ersten Wettkampftag im Einsatz stand die bald 17-jährige Jelena Schranz über 400 Meter. Leider verlief ihr Rennen nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatte. Mit ihrer Zeit von 57.48 Sekunden war sie ganz und gar nicht zufrieden. Allerdings waren die Bedingungen für die jungen Sportlerinnen und Sportler auch äusserst schwierig. Temperaturen gegen 40 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit machten die Wettkämpfe und die Regeneration zur Belastungsprobe. «Ich weiss nicht, woran es gelegen hat, dass ich meine Leistung hier in Skopje nicht abrufen konnte. Mina und ich konnten uns zusammen mit unserem Verein optimal in St. Moritz auf den Anlass vorbereiten und mein Rennen fühlte sich eigentlich gut an. Deshalb enttäuscht mich meine Zeit schon sehr», analysierte die vielseitig talentierte Langnauerin ihr Rennen.

EYOF 2025Jelena Schranz am Start ihres 400 Meter-Vorlaufes

Umso erstaunlicher war dann die Leistung tags darauf von ihrer Klubkollegin Mina Hirsbrunner. Mit 59,52 Sekunden stellte die 16-jährige Gymnasiastin die beste Vorlaufszeit aller Teilnehmerinnen auf und qualifizierte sich souverän für das Finale am Freitag. Nun galt es, die Zeit zwischen Vorlauf und Finale möglichst kräftesparend zu überbrücken. «In unserem Hotelzimmer war es über 30 Grad. Wir hatten Mühe, nachts schlafen zu können. Zum Glück hatte ich die Gelegenheit, in den zwei Tagen zwischen Vorlauf und Final, Zeit bei meiner Familie, die mich vor Ort unterstützt hat, zu verbringen. So konnte ich mich in ihrer klimatisierten Wohnung bestmöglich regenerieren und mental auf meinen Final vorbereiten».

Wie wichtig das war, zeigte sich am Finaltag: Mit einem Vorsprung von 58 Hundertstel holte die schnelle Langnauer Athletin in 58.20 Sekunden souverän die Goldmedaille und kam dabei bis auf 9 Hundertstel an ihren eigenen U18-Schweizerrekord heran. Dies beeindruckt nicht nur anlässlich den schwierigen äusseren Bedingungen, denn 400 Meter Hürden gilt als äusserst anspruchsvoll. Es setzt Schnelligkeit, Ausdauer, Technik und Taktik voraus und erfordert nicht nur ein perfektes Rhythmusgefühl und eine saubere Technik, sondern auch die Fähigkeit, unter extremer Ermüdung präzise zu bleiben.  Umso beeindruckender ist die Leistung der 2-fachen Mille Gruyère-Gewinnerin. Zudem war Hirsbrunner’s Goldlauf in Skopje erst ihr viertes Rennen in dieser Disziplin.

Besonders verblüfft hat die talentierte Langnauer Leichtathletin, als sie anfangs Juni dieses Jahres in ihrem allerersten Rennen ihrer Karriere als Jahrgangsjüngere gleich den U18-Schweizerrekord von Jasmin Giger aus dem Jahr 2016 um 28 Hundertstel unterbot.

EYOF Mina Hirsbrunner freut sich über ihren EYOF-Sieg über 400m Hürden

Die 16-Jährige ist nach Lisa Urech und Noemi Zbären die dritte Hürdenläuferin des Sportklubs Langnau, die eine internationale Medaille gewann.

Mit der Medley-Staffel holte dann die frischgebackene EYOF Siegerin Mina Hirsbrunner als Schlussläuferin über 400 Meter zusammen mit ihrer Langnauer Klubkollegin Jelena Schranz (300 Meter) auch noch eine weitere Medaille. Die beiden Langnauerinnen qualifizierte sich mit Timea Rankl (TV Teufen / 100m) und Xenia Burri (LC Kirchberg/ 200m) in 2:08,35 Minuten auf überzeugende Weise für das Finale. Dort pulverisierte sie dann in der Besetzung Rankl, Buri, von Flüe (für Schranz) und Hirsbrunner in 2:05,93 Minuten den U18-Schweizerrekord von 2:07,72 Minuten und holten hinter Italien die Silbermedaille. Verdientermassen durfte sich auch Jelena Schranz als Finalersatzläuferin eine Silbermedaille umhängen lassen, da sie im Vorlauf massgeblich zur Finalqualifikation beigetragen hatte. Damit feiern gleich zwei Athletinnen aus Langnau einen internationalen Staffelerfolg.

Ranglistenauszug: 400 m: 1. Ziva Remic (SLO) 52.21; 2. Laura Frattaroli (ITA) 53.71; 3. Erin Friel (IRL) 54.02. Ferner : 14. Jelena Schranz (SK Langnau) 57,41. 400 m Hürden: 1. Mina Hirsbrunner (SK Langnau) 58,20 (Vorlauf 59,52); 2. Emma Siiri Amanda Juntunen (FIN) 58.78; 3. Ellis Mc Hugh (IRL) 59.25. Medley-Staffel: 1. Italien 2:04,57. 2. Schweiz (Timea Rankl, Xenia Buri, von Flüe, Mina Hirsbrunner / Jelena Schranz) 2:05,93 (Schweizer U18-Rekord / Vorlauf: 2:08,35.); 3. Polen 2:06.30.

EYOF